Überlegungen
Der Gedanke, dass Arbeiten von mir eine Nutztierklinik zieren sollten, brachte mich in
Konflikt mit meiner kritischen Einstellung gegenüber der heutigen Haltung von
Leistungstieren, die ausschliesslich den Zweck verfolgt, die masslosen Konsumansprüche
unserer Gesellschaft zu befriedigen. Der Begriff "Nutztiere" als Bezeichnung
für die hochgezüchteten Kreaturen, die als Fleisch- und Milchproduktelieferanten für
eine Minderheit der Erdbevölkerung gehalten werden, veranlasste mich, nach tatsächlichen
Nutztieren zu suchen, deren Vorkommen in der Natur von effektivem Nutzen ist.
Die Idee
Insekten und Spinnen! Die über eine Million Insekten- und Spinnenarten erfüllen im
Kreislauf der Natur und damit als Glied in der gesamten Nahrungskette, die schliesslich
immer beim Menschen endet, direkt oder indirekt eine wichtige Aufgabe. Bestimmte
Insektenarten stellen zwar für Mensch und Tier eine quälende Belastung dar, und ihr
Vorkommen im Ökosystem scheint schwer verständlich. Für das Gleichgewicht der Natur
sind diese Schadinsekten jedoch keine Bedrohung, ganz im Gegensatz zum Schädling Mensch!
Andere Insekten- und Spinnenarten tragen durch ihre Tätigkeit zum Gleichgewichte der
Natur und der Gestaltung der Landschaft bei, wodurch unser Leben und dasjenige der
Tiere - auch das der von uns so bezeichneten Nutztiere - erst möglich wird. Aus der
phantastischen Vielfalt dieser Nützlinge habe ich vier Arten für die künstlerische
Gestaltung der vorgegebenen Standorte ausgewählt: Ameise, Spinne, Florfliege und Biene.
Ausführung:
Diese Nützlinge sind überdimensioniert und stark vereinfacht, aber unter Wahrung
bestimmter Artenmerkmale als Eisenplastiken dargestellt. |
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Biene
Die wunderbare Welt der Biene hatte schon vor Tausenden von Jahren eine besondere
Anziehungskraft auf die Menschen. Die Honigbiene ist wohl das bekannteste und beliebteste
Insekt. Für die Natur und den Menschen ist das Vielnutzungshaustier Biene eine
unentbehrliche Helferin. Den grössten Nutzen bringen uns die Bienen durch die Bestäubung
der Blüten: 80 Prozent aller auf Insektenflug angewiesenen Blütenpflanzen werden von der
Honigbiene bestäubt. Mit ihrem unermüdlichen Sammeleifer bescheren uns die Bienen,
abgesehen vom Hauptprodukt Honig, zahlreiche andere wertvolle Produkte, die zum Teil für
die Herstellung von medizinischen Präparaten genutzt werden: Wachs, Kittharz (Propolis),
Weiselfuttersaft und Bienengift. Sogar ein gelegentlicher Bienenstich kann gelassener
hingenommen werden (ausser von Allergikern), wenn man weiss, dass dieses Gift
blutdrucksenkend und gefässerweiternd wirkt und sogar über einen direkten Nutzen bei
Ischias verfügt! |
Spinne
Die meisten der weltweit bekannten 35 000 Webspinnenarten leben räuberisch und ernähren
sich hauptsächlich von kleinen Insekten. Wer sich genauer mit der Spinne befasst, wir ihr
fortan mit statt mit Angst und Ekel mit Respekt begegnen.
Dieses vielseitig begabte Nutztier muss uns mit seinen faszinierenden Fähigkeiten
begeistern. Das mechanische Geschick der Spinnen zum Beispiel ist demjenigen des Menschen
um ein vielfaches überlegen. Dem Wunder des Spinnenfadens, der fest ist wie Stahl und
elastisch wie Gummi, ist trotz eifriger Bemühung noch niemand auf die Spur gekommen! Die
Rolle der Spinne im Gleichgewicht der Natur und der Nutzen für die Landwirtschaft im
Speziellen ist enorm. Auf einem Quadratmeter Wiese kommen bis zu 130 Spinnen vor.
Das sind 1 300 000 pro Hektare; die Beutemenge dieser Spinnen kann pro Jahr bis zu
500kg betragen. |
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